close-up

When the day to leave has come, I leave so much behind. Things, moments, people. I don’t remember when exactly but somewhere in the dust, I come across a young American who choose to come here/who didn’t want to continue working 9 to 5, sitting in the office 40 hours a week. While I wait for my passport to be checked, I hear him saying that finally life makes sense to him again/that he has something to wake up for. For a short moment, I imagine stealing his passport, running away, taking a plane to L.A., droping ice-cream on Sunset Boulevard. Another thought not to waste further time on: I’m 1,60 metres, he’s about 2,05 metres; he’s a man; I’m a woman; I’m Syrian, he’s American. For him, it’s an escape from boredem. For me, it’s an escape from war.

***
A text that is inspired by a young Syrian woman I’m very glad to have met; and by the ARTE-documentary “Syria: The last days of Afrin.”

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sexy back

Irgendwie habe ich es geschafft, die Erinnerungen zu verlieren. In der Zeit seit fünf Jahren, zehn Tagen und … (ja, ich muss nicht immer an ihn denken, wenn ich ein grünes Kato-Männerhemd mit Farbflecken sehe, eine gelbe Quietscheente, und so vieles mehr, aber jeden Morgen nach dem Aufstehen zähle ich die Zeit weiter; weiß, wann es war, als er Schluss gemacht hat.) Mein innerer Taschenrechner funktioniert noch, während mein Fotoalbum sich langsam leert. Und dann am elften Tag des fünften Jahres ist es umgekehrt, Ich stehe in der Wohnung einer Kollegin, wir – Anfang Dreißig, direkt von der Arbeit, Zwischenstopp bevor es in die nächste Kneipe geht (den Arbeitsstress wegsaufen) – amüsieren uns köstlich über diesen Jüngling, der in der Wohnung gegenüber seinen Rücken am offenen Fenster bräunt. Bis zwischen seinen Beinen ein blonder Haarschopf auftaucht. Meine Kollegin kreischt “ach, du scheiße, der kriegt grade ‘nen…”, dreht sich weg, schnappt ihre Tasche. Ich will auch gehen, aber dann auf der Treppe nach unten sacken meine 12-Zentimeter-High-Heels weg. Ich war irgendwann wie die unbekannte Blonde, wir waren wie sie … vor fünf Jahren und … verdammt, der Taschenrechner hat einen Breakdown und die Bilder sind wieder da.

#won’t tell which tiny detail of this story is true
#afterwork tales

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beauty: past/present (m.)

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beauty: past/present (f.)

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My oh My

He can’t move his legs, or his hips. And it’s not because he’s suddenly paralyzed. It’s because after 20 years of peace, he’s forced again to dance to a strange 90ies eurodance-song. Damm, he’s a cool hipster who secretely likes to sleep in with Jazz playing, who hangs out at Rock’n’Roll/50ies-concerts, but now she forces him to be 14 again. To jump around as if he has taken some extasy (small reminder to himself: by some yellow or red pills before going to the next party with her) (second reminder: buy tight trousers to look more sexy) (third reminder: search for a girlfriend his age). my oh my.

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it’s not my fault

There’s snow on the TV-screen. I’m pretty sure I see it and I can even taste it. Melt the snow on my lips and taste not only ice molecular structure but memories as well
of smiles/laughter,
too many drinks/
too much food.

I can see snow and
I can taste snow.
It’s not my fault,
that you can’t do neither
both of the two.

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to write a story

The song stops and someone enters hits the bar.
Not the worse beginning for a
good story
I think and stop writing.
And let my readers
imagine something/
someone/
somebody’s
failure/happiness/
anger

And let them imagine
who enters the
bar as well and
who leaves it/
and when/
and why?

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Karten/Haus

Badagam – das hebräische Wort für Chaos fällt mir ein, als ich inmitten von Tel Aviv stehe und alles um mich herum ruhig ist, alles außer Chaos ist. Die Eskalation im Gaza-Streifen ist irgendwo; mein Mann zuhause in seinem verknitterten Schlafanzug, noch immer wütend, weil ich etwas von ihm weggeworfen habe/weil ich diesen Anderen geküsst habe; meine Teenager-Tochter schreit mich aus 20.000 km-Entfernung nicht an, weil ich ihr den (aus ihrer Sicht) längst überfälligen Sex verbiete. Chaos ist dort, hier ist Ruhe. Vor einer Minute hat uns die Sirene erinnert, was Chaos bedeuten kann. Wie es aussah, vor über 70 Jahren in Europa. Nun ist Ruhe. Ich schließe meine Augen und atme ein/atme aus. Warte wieder auf Badagam. Inmitten einer namenlosen Bauhaus-Siedlung in Tel Aviv.

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Dolce Vita

“Ungeheuer”: Ein Witz, denkt sie, als sie vor dieser Tanzschule steht. Wobei … ist der junge Mann, der sie gleich an Schulter und Hüfte anfassen wird, vielleicht ein Ungeheuer wie alle anderen Männer, wie alle Männer, die sie bis jetzt aus nächster Nähe erlebt hat, ihr Vater an der Spitze? Monika denkt an letzte Nacht zurück. Wie singt Joy Fleming in dem Lied, das sie nur heimlich hören darf? “dein Karl der is schun widder iwwer die brick” Ihr Vater muss nicht über die Brücke, ein paar Schritte um die Ecke und er ist bei den Mädchen, die ihm alles versprechen und alles aus der Tasche ziehen. Die dafür sorgen, dass ihre Mutter ihr vorsorglich den Tanzpartner gleich selbst ausgesucht hat, und die Tanzschule selbstständlich auch. Wer dem Gesangsverein “Flora” angehört, muss ordentlich sein. Seinen Vornamen Wolfgang zu Recht tragen. Und Ungeheuer ist doch so ein guter deutscher Name.

50 Jahre später steht Monika wieder vor der Tanzschule. Sieht sich in der Neckarstadt-West um, entdeckt Bekanntes und Neues, wird fast von jungen Hipstern auf ihren Skateboards umgefahren, lässt sich ein Eis beim Kiezbrunch schmecken, sieht verlorene Seelen, die ihr Vater und seine Freunde sein könnten. Das Eis schmeckt gut, aber Monika nennt es “gelato”. So viele deutsche Wörter hat sie vergessen, seit sie ihr “Ungeheuer” gefunden hat – Mario aus der Tanzschule mit dem sie eigentlich gar nicht hätte tanzen sollen/dürfen, damals vor 50 Jahren in den lauen Sommernächten in der Neckarstadt-West. Naja, jetzt tanzt sie mit ihm durchs Leben, seit 50 Jahren, ohne Mutters Segen.

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Saturday morning/degree of latitude: 49.49

The moment when you wake up and start to believe in World War III.,

and a glance later you realize that for people in another degree of latitude it has been World War III. for about seven years now.

14/4/2018

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